Schwedens Geschichte

Schwedens Geschichte beginnt in vorhistorischer Zeit vor ungefähr 10.000 Jahren, als das Eis der letzten Eiszeit zu schmelzen begann und mitteleuropäische Stämme aus dem Süden nach Skandinavien einwanderten. Die Überbleibsel dieser ersten Besiedlung können in Form von Dolmen und Ganggräbern heute noch überall im Land bewundert werden.

Frühes Mittelalter

Im frühen Mittelalter begann die Epoche der Wikinger. Schwedische Wikinger eroberten in groß angelegten Feldzügen weite Teile des Ostens und drangen sogar bis nach Amerika vor. Heute zeugen noch viele Wikingermuseen im Land von diesem Zeitalter und im Göteborgs Stadsmuseum kann das einzige vollständig erhaltene Wikingerschiff, das Äskekärr-Schiff, bewundert werden. Die Christianisierung des Landes nahm im 9. Jahrhundert ihren Anfang, aber erst unter König Erik Jedvarsson wurde das Heidentum 1160 endgültig beseitigt.

In den folgenden Jahrhunderten wurde Schweden immer mächtiger und nahm im 12. und 13. Jahrhundert in mehreren Kreuzzügen große Teile Finnlands ein. Die Stellung der Kirche wurde alles in allem immer wichtiger. Einige üppige Monumentalbauten, wie der gotische Dom in Uppsala, entstanden zu dieser Zeit.

Kalmarer Union

Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte von Schweden ist die Gründung der Kalmarer Union 1397 durch die dänische Königin Margarete I. Die Kalmarer Union vereinte Dänemark, Norwegen und Schweden unter einer Krone. Diese Vereinigung hielt sich noch bis 1523. Dabei wechselte die Regierung ständig. Gegen Ende setzte sich Sten Sture, ein  „Reichsverweser Schwedens“, durch, der durch die gewonnene Schlacht von Brunkenberg (1471) bei Stockholm an die Macht kam.

geschichte1520 wurde dieser jedoch von dem Dänen Kristian II. umgebracht, der anschließend im „Stockholmer Blutbad“ auch sämtliche Anhänger Stures köpfen ließ, obwohl er ihnen vorher einen Gnadenerlass zugesichert hatte. Unter den Opfern dieses „Stockholmer Blutbads“ war auch Gustav Wasas Vater. Unter Gustav Wasa begann dann eine Rebellion des schwedischen Volkes, die mit der Selbstständigkeit Schwedens und der Krönung von Gustav Eriksson Wasa endete.

Das Königshaus Wasa

Gustav I. regierte insgesamt 37 Jahre im Nationalstaat Schweden. Unter anderem ist ihm die Einführung der Reformation in Schweden zu verdanken. Dies geschah allerdings weniger aus religiösen Gründen, als vielmehr aus finanzieller Not heraus.

Nach den Volksaufständen im Land befand sich das Land in einer finanziellen Notlage und der König musste handeln. Die evangelisch-lutherische Kirche wurde der schwedischen Krone unterstellt und somit fiel der Kirchenbesitz an den König. Nach seinem Tod 1560 gelangten nach und nach seine Söhne an die Macht, die meisten allerdings nicht sehr erfolgreich. Lediglich der jüngste Sohn, Gustav II. Adolf, bewies strategisches Geschick und festigte Schwedens Macht im Ostseeraum. 1954 endete die Dynastie der Wasa mit dem Tod von Gustav Adolfs Tochter Christine.

Der Frieden von Roskilde

Karl Gustav X. begann 1657 den Krieg mit Dänemark und Norwegen, der 1658 mit dem Frieden von Roskilde wieder beendet wurde. Dänemark musste die letzten südschwedischen Regionen wieder abtreten, Norwegen Bohuslän, Härjedalen und Jämtland.

geschichte roskildeEinen Tiefpunkt in der Geschichte Schwedens vollzog sich unter König Karl dem XII. Er verlor im Großen Nordischen Krieg gegen Russland und Norwegen und mit seinem Tod endete Schwedens Schicksal als Militärmacht.

18. Jahrhundert

Trotz militärischer Niederlage ging die geistige Aufklärung des Landes gut voran. Gustav III. führte nach kurzzeitiger Pause die absolutistische Herrschaft wieder ein und widmete sich während seiner Regierungszeit hauptsächlich der Kultivierung des Landes. Sein Sohn Gustav IV. Adolf verlor in den Napoleonischen Kriegen Finnland an Russland. In einer letzten Militäraktion zwang Schweden Dänemark dazu, Norwegen abzutreten. Ab dieser Zeit begann die schwedische Neutralitätspolitik.

19. und 20. Jahrhundert

Die zweite Hälfte ist geprägt von der Industrialisierung des Landes. 1905 erkannte König Oskar II. Norwegen die Unabhängigkeit an und die beiden Länder gingen getrennte Wege.

Während des 1. Weltkrieges nahm Schweden eine absolut neutrale Position ein. Diese geriet erst während des zweiten Weltkrieges ins Wanken: Deutsche Truppen durften durch Schweden marschieren, um Norwegen zu besetzen. Seit 1995 ist Schweden, nach einer Zeit der wirtschaftlichen und politischen Erschütterung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Mitglied der Europäischen Union.

(Bildquelle: wikimedia, wikimedia (von oben nach unten))

Weitere Beiträge

Tags: , , , , , ,