Mariebergskogen und Lars Lerins Laxholmen

Von Alexander Schott
Fotografie: Sita De

Auch am zweiten Tag beschließen wir, uns noch in Stadtnähe aufzuhalten und spazieren bei leicht bewölktem Himmel in den Stadtpark Mariebergskogen. Von Regen bleiben wir glücklicherweise verschont. Zirka eine halbe Stunde Fußweg vom Stadtzentrum entfernt ist der Park ein leicht erreichbares Ausflugsziel. Unser erster Eindruck von der Kinderfreundlichkeit in Schweden wird noch übertroffen.
Vor dem Wald, der den größten Teil der Parkanlage ausmacht, befinden sich ein Spielegarten für Kinder, ein Badeplatz und eine hübsche Minigolfanlage. So spazieren wir zunächst durch diesen sehr schönen, mit vielen Pflanzen und Blumen geschmückten, Teil des Parks.
Seine Geschichte reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Damals wurde dort ein Herrenhof errichtet, der am Ende des Jahrhunderts an die Stadt überging. Seit dieser Zeit entwickelte sich das ursprüngliche Hofgelände Stück für Stück zum Park in seiner heutigen Gestalt. Wie wir erfahren haben, lebten im kleinen Tierpark, in welchem man heute typische Hoftiere auffindet, früher auch exotische Tiere wie Schimpansen oder Papageien. Heute erfreuen die Hoftiere vor allem Kinder und können gestreichelt werden.
Wir gehen weiter Richtung Wald, schauen aber vorher noch durch eine Glasscheibe in einen Bienenstock und entdecken dabei, ein kleines Schild welches uns verrät, dass durch den Wald ein Entdeckerpfad mit verschiedenen Stationen für Kinder führt. Fast hätten wir diesen Hinweis übersehen, denn das Schild ist für Kinder lesbar auf ca. 1, 20 Metern Höhe angebracht. Wir lassen den Pfad aus und begeben uns in den Wald, wo wir auf ein großes Gebäude treffen. Im so genannten Naturrum (Naturraum) befindet sich eine Dauerausstellung, die über die lokale Flora und Fauna aufklärt- wieder spannend und interessant für Kinder gestaltet.

Der Mariebergskogen in Karlstad

Der Mariebergskogen in Karlstad

Da wir spazieren wollen, schauen wir uns die Ausstellung aber nur kurz an und gehen weiter. Von Vogelgesang begleitet gehen wir einen Waldweg entlang, der Boden ist grün mit Moos und mit vielen Pflanzen bewachsen und wir genießen die Ruhe, die der Wald uns bietet. Nach einer Viertelstunde nehmen wir eine Abzweigung auf einen Holzpfad und sind nach wenigen Metern umgeben von Schilf.

Ein Steg durch das Klarälven Delta im Stadtpark Mariebergskogen.

Ein Steg durch das Klarälven Delta im Stadtpark Mariebergskogen.

Links von uns mündet der Klarälven in den Vänern. Hier gibt es auch einen Hochsitz, der für die Beobachtung von Vögeln errichtet wurde. Wir schlendern durch die Schilflandschaft Richtung Ufer und kommen an einen Anlegeplatz für den Bootbus. Diese Boote, dienen dem öffentlichen Nahverkehr und sind dementsprechend günstig. Eine solche Bootfahrt bietet nochmals eine völlig andere Perspektive auf die Stadt.
Wieder im Park angekommen, beenden wir den Ausflug mit einem Eis und freuen uns auf den nächsten Tag, wenn wir nach Munkfors fahren wollen um dort das Museum des Malers Lars Lerin zu besuchen.

Das Museum Laxholmen der Malers Lars Lerin.

Das Museum Laxholmen der Malers Lars Lerin.

Gegen 13 Uhr sind wir in dem Museum mit dem Namen Laxholmen endlich angekommen. Die Busfahrt von Karlstad dauerte über eine Stunde und war mit umgerechnet etwa 10 € vergleichsweise teuer. Eine Fahrt mit dem Bootbus, welches die wesentlich interessantere Reiseform ist, kostet dagegen nur ca. 2 €. Aber Munkfors liegt nördlich im Landesinneren und so bleibt uns nur die Busfahrt.

Das, was wir dann in Laxholmen auf 1400m² zu sehen bekommen, entschädigt uns für die langweilige Anreise allemal. Lerin hat das Museum in einer alten Fabrikhalle eingerichtet, welche einen tollen Rahmen für seine Arbeiten bietet. Wir finden dort das gesamte Spektrum seines Werkes. Dieses beinhaltet Zeichnungen, Fotografien, Ölmalerei und Collagen. Der Großteil seiner Arbeiten besteht aber aus Aquarellen. Lerin ist bekannt für die düsteren Stimmungen seiner Bilder und uns wurde erzählt, dass er zumeist erst im Spätsommer zu arbeiten beginnt und die meisten Arbeiten im Herbst und Winter erstellt.
Wir gehen durch das Museum und betrachten karge Waldlandschaften, Bilder von Fabriken und Fischereibetrieben auf den Lofoten und Industrielandschaften. Die Ausstellung beeindruckt mit Ihrer Vielfalt. Sowohl große Aquarelle als auch Collagen aus einer Vielzahl kleiner Bilder begeistern uns an diesem Nachmittag. so dass dieser Ausflug ein voller Erfolg wird. Lerin ist übrigens seit 1983 auch als Verfasser und Herausgeber von zahlreichen Büchern bekannt, welche eigene Texte und Bilder enthalten.

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