Wird WikiLeaks-Chef nach Schweden ausgeliefert?

10.12.2010

WikiLeaks-Sprecher Julian Assange, der wegen zweifacher Vergewaltigung international zur Fahndung ausgeschrieben wurde, stellte sich am vergangenen Dienstag freiwillig dem Scotland Yard in London. Aller Voraussicht nach wird der 39-jährige zu einer Anhörung nach Schweden ausgeliefert werden. Diese soll dann darüber entscheiden, ob es zu einem Prozess, bei dem die Schuldfrage von Assange geklärt werden soll, kommt oder nicht. Dieser kündigte an, sich einer Auslieferung nach Schweden zu widersetzen.

Politische Verschwörung?

Assanges Anwälte und seine Anhänger sprechen von einer politischen Verschwörung, bei der es letztlich um die Auslieferung des Angeklagten an die USA gehe. Hintergrund ist die Veröffentlichung brisanter politischer Dokumente des US-Verteidigungsministeriums, die in den letzten Wochen auf der WikiLeaks-Plattform erschienen sind. Die schwedische Staatsanwaltschaft bestreitet solche Vorwürfe: es gehe ihr lediglich um den Vorwurf der Vergewaltigung und in keinster Weise habe der Haftbefehl politische Hintergründe.

Anhörungen beginnen in Kürze

Ob die Anklage der Vergewaltigung, die gegen Assange erhoben wurden, gerechtfertigt ist, wird in der öffentlichen Presse breit diskutiert. Sowohl Kläger als auch Angeklagter leugnen nicht, dass es sich um freiwilligen Geschlechtsverkehr gehandelt haben soll. Dieser sei allerdings, nach Aussage der Klägerinnen, gegen deren Willen ungeschützt gewesen. In Schweden ist der Begriff der Vergewaltigung wesentlich schärfer formuliert, als in anderen EU-Ländern, so dass ein solches Vergehen als Straftat geahndet werden kann.
Wie es im Falle des WikiLeaks-Oberhauptes weitergeht ist derzeit unklar: Die Anhörungen, ob Assange nach Schweden ausgeliefert wird, beginnen am 14. Dezember.

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