Henning Mankell veröffentlicht letzten Wallander-Roman

07.05.2010

Der schwedische Schriftsteller Henning Mankell besiegelt mit seinem Roman „Der Feind im Schatten“ endgültig das Schicksal seines gefeierten Krimi Helden Kurt Wallander. Die Art und Weise mit der dieser seiner langen Karriere bei der schwedischen Kriminalpolizei abdankt, könnte allerdings makaberer nicht sein: nachdem er noch einmal alle seine Fälle, Freunde und Bekannte,  Revue passieren lässt verfällt er nach und nach der Altersdemenz. Umrandet wird das ganze von dem oft nebensächlich wirkenden Fall, einer verjährten Geschichte aus dem Kalten Krieg, bei der russische U-Boote, CIA-Agenten und schwedische Marineoffiziere im Mittelpunkt stehen.

Tragikfigur Wallander

Überraschen tut das kaltschnäuzige Ende des 60-jährigen Ermittlers nicht wirklich, denn tragisch war seine Lebensgeschichte schon immer: eine gescheiterte Ehe, ein unterkühltes Verhältnis zu seiner Tochter, mehrere unglückliche Beziehungen, gesundheitliche Probleme und einen Hang zur Melancholie und Schwermut machten Wallander zu einem freudlosen und oft sarkastischen Zeitgenossen, der seinen Lesern trotz aller Grübeleien und Introvertiertheit ins Herz gewachsen ist.

„Der Feind im Schatten“ ist Mankells 10. Wallander Band. Insgesamt wurden allein in Deutschland  über 15 Millionen Ausgaben verkauft.

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