Vorsitzende der Sozialdemokraten in Schweden tritt zurück

19.11.2010

Die Chefin der sozialdemokratischen Partei in Schweden, Mona Salin, bestätigte vergangenen Sonntag ihren Rücktritt als Parteivorsitzende. Bis zum Sonderparteitag im Februar 2011 wolle die 53-jährige ihr Amt noch fortführen und danach ihren Vorsitz sowie ihren Platz im Bundesparteitag aufgeben. Sahlin und ihre Partei mussten bei den Paralamentswahlen im September 2010 die größte Wahlpleite der schwedischen Geschichte hinnehmen.

Heftige Diskussionen um Sahlins Nachfolge

Nun verliert die Arbeiterpartei ihre erste weibliche Vorsitzende nach nur 4 Jahren Amtszeit.Es sei an der Zeit, dass „Andere übernehmen“ so Sahlin. Wer dies allerdings sein könne, blieb von ihr unkommentiert. Innerhalb der Partei sorgte ihr Rückttritt für Diskussionen über einen möglichen Nachfolger. Ein Thema, das auch in den schwedischen Medien derzeit ständig präsent ist. Beliebteste Parteifrau Margot Wallström lehnt eine Nachfolge momentan ab und auch ansonsten mangelt es an potentiellen Kandidaten. Dabei hätten die Sozialdemokraten eine kompetente Führung derzeit mehr als nötig, denn in den vergangenen Jahren lief es alles andere als rosig für die SAP. Nach jahrzehntelanger Dominanz im schwedischen Parteitag, mussten diese 2006 ihre Regierungsmacht an die Mitterechtskoalition unter Frank Reinfeldt abgeben. Und auch unter der Vorsitzenden Salin, die 2007 ihr Amt begann, sanken die Umfrageergebnisse immer weiter in den Keller. Unter anderem machten Experten dafür taktische Fehler, wie Sahlins Allianzbildung mit der ex-kommunistischen linken Partei verantwortlich.

Insider munkeln nun darüber, dass der Parlamentarier Mikael Damberg derzeit vielversprechendster Anwärter sei.Der 39-jährige war jahrelang als Juso-Chef tätig, besitzt allerdings in Schwedens Öffentlichkeit geringen Bekannthgeitsgrad.

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