Tomas Tranströmer erhält schwedischen Literaturnobelpreis

07.10.2011
Der schwedische Literaturnobelpreis wurde dieses Jahr an den 80-jährigen einheimischen Lyriker Tomas Tranströmer verliehen. Der Dichter, der es schafft mit wenigsten Worten intensive Sprachbilder zu entwerfen, schrieb in seinen 60 Jahren Schriftstellerdasein nicht einmal 500 Seiten. In Schweden hoch gelobt ist der schwer kranke Poet in Deutschland noch so gut wie unbekannt.

Schicksalhafte Biografie

Tranströmer wurde 1931 in Stockholm geboren und absolvierte nach dem Abitur ein Studium der Psychologie. Er arbeitete zunächst in einer Jugendstrafanstalt in Roxtuna und später als Berufsberater im nationalen schwedischen Arbeitsamt. Seinem Debütwerk „17 Dikter“ folgten zahlreiche Werke, die unter anderem von seinen Auslandsreisen nach Spanien, Afrika und den USA inspiriert sind. Nach einem schweren Schlaganfall 1990 musste Tranströmer seine Schreibtätigkeit zunächst einstellen, feierte aber letztendlich nach langer Rehabilitation 1996 mit dem Band „Trauergondel“ sein viel erwartetes Comeback.

Schweden jubeln

Die Vergabe des mit ungefähr 1 Million Euro dotierten Preises, sorgte bei den Schweden für Begeisterung. Tranströmers selbst schien von seiner Auszeichnung eher überrascht- er wurde seit 1993 jährlich für den Literaturnobelpreis nominiert. Seine Fähigkeit „in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen zu weisen“ veranlasste die Schwedische Akademie letztendlich dazu, dem halbseitig gelähmten Lyriker die verdiente Auszeichnung zu verleihen.

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