Spannung vor der Parlamentswahl in Schweden am kommenden Sonntag

17.10.2010

In Schweden stehen am kommenden Sonntag die Parlamentswahlen an und die Stimmung im Land ist wechselhaft wie selten zuvor. Im Rennen um den Regierungsvorsitz sind der bisherige Amtsinhaber Fredik Reinfeldt, auf Seiten der konservativ liberalen, sowie Mona Sahlin als Vertreterin der Sozialdemokraten. Ganz gleich wer gewinnt, eine Sensation wird das Wahlergebniss ohnehin: denn entweder wird erstmals seit 100 Jahren ein nichtsozialdemokratischer Ministerpräsident wiedergewählt oder Sahlin wird die erste Regierungspräsidentin in der schwedischen Geschichte

Altbewährtes gegen Neuanfang

Das Wahlpogramm der Opposition, das auf einen politischen Neubeginn setzt, ist in Zusammenarbeit mit den Linken und den Grünen entstanden, mit denen die Sozialdemokraten erstmals eine Wahl-Koalition bildeten.  Die Konservativen setzen in ihrem Regierungsprogramm auf Altbewährtes und Wiederholung und vertrauen auf ihren erfolgreichen Regierungskurs, der das Land in den letzten Jahren, größtenteils ungeschoren, durch die weltweite Wirtschaftskrise geführt hat.

Sozialdemokraten stehen vor größter Pleite der Wahlgeschichte

Wie die Parlamentswahl am Sonntag ausgehen wird, ist derzeit noch unklar. Rot-Rot-Grün lag vor wenigen Wochen noch klar vor den Liberalen, hat nun aber mächtig an Popularität verloren. Nicht zuletzt könnte dies an der aufgestellten Spitzenkandidatin Mona Sahlin liegen, die in den vergangenen Jahren als Oppositionsführerin nicht unbedingt Erfolge gefeiert hat. Mit einem prognostierten Stimmenanteil von unter 30 Prozent steuern die Sozialdemokraten nun auf die größte Wahlpleite in der schwedischen Geschichte zu. Einen Wahlerfolg könnte die Allianz deshalb eher den Grünen verdanken, die durch ein klares Wahlprofil derzeit immer mehr Beliebtheit erlangt und beste Chancen hat, neben den Konservativen und den Sozialdemokraten drittstärkste Partei im Land zu werden.

„Schwedendemokraten“ verkomplizieren Regierungsbildung

Einen negativen Beigeschmack bekommt die Parlamentswahl durch die neugegründete rechte Neonazi-Partei  der „Schwedendemokraten“, die immer Zuläufer von unzufriedenen Wählern bisheriger Parteien erhält. Sollten die Rechten tatsächlich in den Reichstag einziehen, könnten Sie bei einer knappen Mehrheitsentscheidung, zur Regierungsbildung beitragen.

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