Schwedischer Karikaturist wird Opfer von Mordkomplott

12.03.2010

Seit der schwedische Karikaturist Lars Vilks im August 2007 eine umstrittene Mohammed-Zeichnung anfertigte, die den Kopf des Propheten auf dem Körper eines Hundes zeigt, wird er von Morddrohungen verfolgt. Bisher erfolgten diese nur telefonisch, allerdings wurden jetzt 7 Verdächtige in Irland verhaftet, die anscheinend konkrete Mordpläne gegen den Schweden hegten. Und damit nicht genug: In den USA machte der Name „Dschihad Jane“ in den letzten Tagen Schlagzeilen. Dieser steht für die Amerikanerin Colleen La Rose die ebenfalls einen Mordanschlag gegen Vilks geplant haben soll. Kürzlich wurde sie in Pennsylvania festgenommen.

Vilks zeigt sich unbeeindruckt

Vilks begegnet  den jüngsten Vorkommnissen mit Sarkasmus. „Er habe jederzeit eine Axt im Haus um sich zu verteidigen“ witzelte der 63-jährige und  posierte sogar mit einer solchen bewaffnet vor Reportern, die nach Festnahme der muslimischen Gruppe sofort das Domizil des Schweden aufsuchten. Vilks Reaktionen überrascht nicht: der Künstler liebt die Komik und die Provokation. Seine Karikatur war übrigens in keinster Weise als politisches Statement gedacht, sondern entstand im Rahmen einer Ausstellung, die sich mit dem Thema „Rondellhunde“ beschäftigte. Hinter diesem Begriff verbergen sich  kleine Hundeskulpturen, die Unbekannte überall in Schweden auf Kreisverkehren platzierten. Westergaard wollte auf Tabus in der Kunst hinweisen und wählte die Darstellung des Propheten Mohammed als Rondellhund. Als zu provokant empfand dies das Museum und weigerte sich das Bild auszustellen. Grund genug für eine Tageszeitung die Karikatur abzudrucken und damit eine Welle der Proteste auszulösen.

Schutzraum gegen Eindringlinge

Inwieweit die Aufregung um Vilks nun mit der Festnahme ein Ende hat ist derzeit noch unklar. Bis dahin steht dieser weiterhin Presse und Kamerateams Rede und Antwort, ohne dabei in Panik auszubrechen. Einige Schutzmaßnahmen hat der Künstler alllerdings doch getroffen: Vor seinem Haus errichtete er Fallen und im Notfall kann er sich in einen extra hergerichteten Schutzraum zurückziehen, bis Hilfe durch die Polizei eintrifft.

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