Schwedische Internet-Provider löschen IP-Adressen

computer30.04.2009 Nach den beiden Providern „All Tele“ und „Bahnhof“ beschließt nun auch der Anbieter „Tele2“ IP-Adressen seiner Kunden nicht mehr zu speichern. Die Firmen reagieren damit auf die in der EU neu erlassene Richtlinie „Intellectual Property Rights Enforcement Directive“ (IPRED). Diese ermöglicht es Rechteinhabern aus der Medienbranche per Gerichtsbeschluss an die IP-Daten von Usern zu gelangen. So soll eine bessere Verfolgung von Copyright- Verletzungen gewährleistet werden.

Mehr Anonymität für User

Die Internetprovider wollen mit den neuen Beschlüssen die Privatsphäre ihrer Kunden schützen. Gegen ein Gesetz verstoßen sie damit übrigens nicht, denn dieses regelt nur, was die Firmen nicht speichern dürfen. Für Aufregung sorgt dieser Ausweg natürlich bei den Vertretern der Medienbranche, denn die Filesharing-Datenmengen, die täglich durch das schwedische Netz fließen, sind nach dem Beschluss der drei Internetprovider wieder deutlich in die Höhe gegangen. Notfalls werden härtere Gesetze gefördert, falls noch mehr Anbieter von der Gesetzeslücke Gebrauch machten.

Auch „Pirate Bay“ reagiert

Zeitgleich mit der Erlassung der EU- Richtlinie bieten die Macher des Filesharing-Portals „Pirate Bay“ ein kostenpflichtiges VPN-Angebot an, dass gegen einen Aufpreis von 5 Euro im Monat mehr Anonymität im Internet verspricht. IPREDator nennt sich der private Dienst bei dem sämtliche privaten Angaben von Usern gelöscht werden. Die Betreiber von Private Bay machen derzeit aber eher durch den aufwändigen Prozess um ihre Sharing-Plattform Schlagzeilen. Dieser geht nun in die nächste Instanz des schwedischen Gerichtshofs.

(Bildquelle: 22280801@N07)

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