Europawahl: Piraten ziehen ins Parlament ein

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12.06.2009 Die Schweden sorgten bei der Europawahl vergangenen Sonntag für Furore. Die 2006 gegründeten „Piraten“ bekamen 7,1 Prozent der Wählerstimmen und erreichten somit einen Sitz im europäischen Parlament. Die Partei setzt auf ein minimal reglementiertes Internet und eine Reformierung des Patent- und Urheberrechts zugunsten kostenloser Downloads für User.

Urteil im „Pirate Bay“-Prozess verhilft zum Wahlerfolg

Zu dem sensationellen Wahlergebnis führte, unter Anderem, mit Sicherheit das vor kurzem gefällte Urteil im Prozess des Bit-Torrent-Trackers „Pirate Bay“. Die vier Betreiber des Filesharing-Portals waren zu einer Haftstrafe und einer Schadensersatzleistung von ungefähr 3 Millionen Euro verurteilt worden. Gerade bei der jungen Generation sorgte das Urteil für Unmut. So ist es auch zu erklären, dass fast 18 Prozent aller Wähler (überwiegend übrigens Männer) unter 30 die Piratenpartei wählten. Nach der Europawahl ist das nächste Ziel nun die schwedische Reichstagwahl 2010.

Piraten weltweit

Die Piraten sind eine globale Bewegung und inzwischen gibt es Gleichgesinnte in über 20 Ländern. Die „Piratenpartei Deutschland“ wurde ebenfalls 2006 nach schwedischem Vorbild gegründet und auch hierzulande brachte die Europawahl Erfolge mit sich. Obwohl das Wahlergebnis mit 0,9 Prozent deutlich kleiner ausfiel als in Schweden, haben sich fast 200.000 Menschen für den „Newcomer“ in der Politik entschieden. Die Positionen decken sich ungefähr mit dem schwedischen Pendant. Und auch die deutschen Piraten nehmen nun eine Wahlzulassung an der Bundestagswahl 2009 in Angriff.

(Bildquelle: notizn)

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