Bald kein Bargeld mehr in Schweden?

13.04.2012

Ausgerechnet in Schweden, dem Land in dem 1661 erstmals mit Papiergeld bezahlt wurde, soll demnächst die Abwicklung von Kaufgeschäften nur noch elektronisch vonstatten gehen. Immer mehr Schweden, unter ihnen bekannte Persönlichkeiten wie der Ex-ABBA Star Björn Ulvaeus sprechen sich für die Abschaffung von Bargeld aus, das ohnehin in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens kaum noch Bedeutung hat. So nehmen viele Supermärkte, Kneipen und Restaurants kein Bares mehr an, in Bussen und Straßenbahnen wird per Handy gezahlt und selbst in einigen Kirchen können Besucher die Kollekte auf elektronischem Weg spenden.

Fälle von Korruption und Diebstahl gehen zurück

Sicherheit ist ein Aspekt der für die Abschaffung von Bargeld spricht. Hätten die Schweden einfach kein Geld mehr in der Tasche, wären Raubüberfälle schlichtweg nicht mehr möglich. Zahlen scheinen dies zu belegen. Mit dem Rückgang des Bargeldes in den letzten Jahren verringerte sich auch die Zahl der Banküberfälle von 2008 bis 2011 drastisch auf lediglich 16 im Jahr. Auch Korruption wäre erschwert, da digitale Überweisungen besser nachzuvollziehen sind, als anonyme Geldübergaben. Umgekehrt nehmen die Fälle von Cyber-Betrugsfällen immer mehr zu- im Jahr 2011 wurden fast 20.000 verzeichnet.

Nicht alle Schweden sind begeistert

Dies ist nur ein Aspekt der gegen die vollständige Abschaffung von Papiergeld spricht. Gerade ältere Menschen sprechen sich gegen die vollständige Digitalisierung von Zahlungen aus, da viele mit der Handhabung von Kreditkarten oder dem Umgang mit neuen Anwendungen, die das Bezahlen via Smartphone ermöglichen, überfordert sind. So ist nach Expertenmeinung nicht davon auszugehen, dass das Bargeld in Schweden in absehbarer Kürze vollkommen verschwinden wird. Ein Trend ist jedoch abzusehen: Machen Geldscheine und Münzen in der Euro-Zone durchschnittlich neun Prozent der Wirtschaftsleistung aus, sind es in Schweden nur noch drei.

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