27 Wölfe in Schweden offiziell zur Jagd freigegeben

11.02.2011

Bis zum 15. Februar dauert sie offiziell noch, die höchst umstrittene Jagd auf 27 zum Abschuss freigegebene Wölfe in Schweden. Um die 250 frei lebenden Tiere gibt es derzeit noch in Schweden, in ganz Skandinavien sind es nur um die 1000. Befürworter plädieren für einen möglichst klein gehaltenen Artbestand, da Wölfe immer wieder Nutztiere von Bauern reißen und in bedrohlicher Nähe zu Siedlungen und Städten gesichtet wurden. Jäger fürchten zudem der Wolf könne ihnen bei der Jagd auf Elche Konkurrenz machen. Tierschützer kritisieren mit der Jagd werde eine vom Aussterben bedrohte Art gefährdet.

Inzucht bedroht Artbestand

Doch nicht nur von den Jägern geht eine akute Gefahr für den schwedischen Wolfsbestand aus: die Natur selber könnte zum Aussterben der Tiere beitragen. Durch den extrem kleinen Bestand, kommt es zur inzestuösen Durchmischung der Gene. Die Folgen sind Herz- und Nierenleiden bei einer Großzahl der Tiere. Daneben treten genetische Missbildungen wie fehlende Hoden oder Zehen auf. Um den Artbestand mit frischen Genen zu versorgen, sehen schwedische Behörden eine Tötung von Tieren als unausweichlich an. Im Gegenzug sollen neue Tiere aus den Wäldern Russlands oder aus Tierparks ausgesetzt werden, die neues Material in den Genpool der Wölfe hineintragen.

Kritik an Jägerlobby

Der Wolf steht in Schweden eigentlich seit den 60er Jahren unter Naturschutz, nachdem er lange Zeit als ausgestorben galt. Erst nach Einwandern eines Wolfspaares aus anderen Gefilden konnte sich der Artbestand langsam wieder erholen. Dieses Jahr wurde zum ersten Mal eine offizielle Jagdlizenz für die bedrohte Tierart ausgestellt. Dies stieß auf ein großes Interesse: rund 12.000 Jäger machten sich bei eisigem Wetter in die Wälder Schwedens auf und erlegten bereits am ersten Tag über 20 Tiere und schossen mehrere an, so dass die ausgesetzte Wolfsjagd ein frühzeitiges Ende fand. Artenschützer verurteilen die regelrechte Hetzjagd der Jägerlobby, und warfen dieser Trophäensammlerei vor. Schwedens Regierung erhofft sich durch das Bewusste Kleinhalten des Gesamtbestandes eine breitere Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber den grauen Raubtieren.

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