Carl Michael Bellman

Carl Michael Bellman ist der wohl einflussreichste schwedische Dichter und Liedermacher des 18. Jahrhunderts. Er gilt als schwedischer Nationaldichter.

Bellman wurde am 4. Februar 1740 in Stockholmer Stadtteil Södermalm geboren und verbrachte bis zu seinem Tod am 11. Februar 1795 nahezu sein ganzes Leben in der schwedischen Hauptstadt. Bellman stammt aus bürgerlichem Elternhaus, bekam als Kind Privatunterricht und studierte in Uppsala. Das von ihm wenig gemochte Studium brach er aber nach einem Semester, nicht zuletzt aufgrund finanzieller Probleme der Eltern, wieder ab. Trotz seiner Bildung hatte Bellman Zeit seines Lebens finanzielle Schwierigkeiten.

Seine Anstellung als Volontär und später als außerplanmäßiger Sekretär bei der Reichsbank war unbezahlt und er hatte zu warten bis eine bezahlte Planstelle frei wurde. Bellman arbeitete letztlich von 1757 bis 1763 ohne Gehalt. Seine gesellschaftliche Position erforderte aber die Anschaffung von Gütern wie repräsentativer Kleidung oder Perücken, die seine Mittel überstiegen. Da auch seine Eltern nicht in der Lage waren ihn finanziell ausreichend beim Erwerb, dieser zu unterstützen waren Schulden die unausweichliche Folge. Aufgrund der durch Wucherzinsen auf 18.000 Taler gestiegenen Schulden musste Bellman letztlich sogar nach Norwegen fliehen. Erst durch Privatkonkurs nach seiner Rückkehr aus Norwegen wurde er schuldenfrei und erhielt eine Anstellung im Manufakturkontor.

Verknüpfung von Literatur und Musik

So schwer es für Bellman auch war, ein geordnetes Leben zu führen, in der Dichtung galt er als großer Künstler und Improvisator.

Berühmt geworden ist Bellman durch seine bacchantischen Lieder und Singspiele. Seine Lieder sind charakteristisch für sein Talent, Dichtung und Musik miteinander zu verknüpfen. Als sein Hauptwerk gelten die Liedersammlungen Fredmans Epistlar (Fredmans Episteln) und Fredmans Sånger (Fredmans Lieder), die 1790 bzw. 1791 herausgegeben wurden und eine umfangreiche Folge parodischer szenischer Lieder aus dem bürgerlichen Milieu, beinhalten und sich unversehens zu Kurzoperetten, wie etwa im „Konkurs des Bacchus“, zusammenfügen. Die Lieder und Gedichte Bellmans beinhalten sowohl Elemente der zeitgenössischen Kultur als auch Volkstümliches. Sie sind in Schweden bis heute sehr beliebt.

Königliche Unterstützung

Nachdem Bellman Gustafs Skål (Gustavs Wohl) verfasst hatte, fand er in König Gustav III. einen Förderer, der ihn oft an den Hof einlud und ihn finanziell unterstütze. Bellman erhielt den Titel eines Hofsekretärs und war durch das Einkommen in der Lage sein Leben zu finanzieren. Er konnte nun auch heiraten und eine Familie gründen. Bellman, von Anfang an ein überzeugter Anhänger des zugleich kunstsinnigen und tatstarken Königs, schrieb eine ganze Reihe von Bühnenstücken zur Aufführung bei Hofe. Sie spielen gleichwohl im bürgerlichen Milieu, und die Bürger und deren Belange stehen im Mittelpunkt.

Nach dem tödlichen Attentat auf den König im Jahre 1792 verlor Bellman Teile seines Einkommens, denn Aufträge und Belohnungen, auf die er neben seinem Gehalt angewiesen war, blieben nun aus. Der Dichter, der auch an der Lungentuberkulose litt, kam wegen eines fälligen Darlehens in Schuldarrest, bis ihn Freunde nach 2 Monaten auslösen konnten. Acht Monate nachdem er das Schuldgefängnis verlassen hatte verstarb Carl Michael Bellman an der Tuberkulose. Es ist bekannt, dass der Dichter auf dem Stockholmer Clara-Friedhof begraben sein muss. Der genaue Ort seines Grabes ist aber nicht mehr auffindbar.

Auf der Seite der Deutsche Bellman Gesellschaft e.V. kann man neben der Bibliografie auch Links zu Noten und Gedichten Bellmans finden. Die Gedichte sind in der Originalsprache abgedruckt. Außerdem bietet bellman-net.de weitere gute Informationen sowie Veranstaltungshinweise.

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